10.09.2026 / Tirana

Am letzten heißen Tirana Tag warfen wir erst einen Blick in die große orthodoxe Kirche.

und gingen dann ins Museum der Blätter. Mit den Blättern sind die vollgeschriebenen Stasi-Akten gemeint. Das kleine Land hatte enorme Angst vor Gegnern des Sozialismus. Es bezeichnete sich gern als das einzige sozialistische Land der Welt. Den Stalinismus hatte es stark verinnerlicht. Erst als Hoxha 1985 starb, gab es vorsichtige Öffnungen. Das Museum wirkte wie ein Sammelsurium von Gegenständen, die zum Abhören, Ausspionieren und Aufschreiben genutzt wurden. Da wenig Geld zur Verfügung stand und mit dem Rest der Welt gebrochen worden war, war die Technik sehr veraltet und oft chinesischen Ursprungs.

Vom Museum aus liefen wir zum Stadtpark Farka. Es war viel zu heiß und alles sehr trocken trotz des großen künstlichen Sees.

Wir wollten noch zum Friedhof der Märtyrer (viele Partisanen wurden hier begraben) und zur Statue der Mutter Albaniens. Der Friedhof hat offiziell nur am Wochenende auf, aber wir stiegen durch ein Loch im Zaun und hatten die Anlage für uns alleine. Interessant, dass die Anlage heute für „alle“ albanischen Helden (sind auch Frauen dabei?) genutzt wird. So gibt es neben den Partisanen, Gräber für Polizisten die im Dienst verstorben sind, Afghanistan- und Kosovokämpfern oder Opfer des Hoxha Regimes. Alle vereinnahmt. Nur einer musste aus seinem Ehrengrab verschwinden: Envar.

Schreibe einen Kommentar