
Am Morgen bin ich vom Zeltplatz zum nächsten Wehr gelaufen. Es ist klar, dass wir die 400m hierher das Boot schieben werden, anstatt einzusetzen und dann gleich wieder umzutragen. Dann bin ich zum Supermarkt gelaufen, um Frühstück zu holen. Auch dieser – trostlos, wie die ganze Stadt. Auf dem Rückweg habe ich noch ein paar Impressionen festgehalten.


Die Nacht war kalt und windig, aber trocken. Jetzt schien die Sonne und es wurde langsam wärmer. Das Zelt war schnell verpackt und auch der Weg zum Wehr war dank Berlin-Usedom Roadweg leicht zu schieben. Der Einsatz in die Uecker auch hier problemlos. Das nächste Wehr war noch innerhalb der Stadt und wir probierten die Kanurutsche aus. Es war etwas holperig, aber auch hier leicht getan.

Kurz hinter der Stadt sahen wir schon von weitem den riesigen Krautteppich. Wie ein flacher Hügel auf der Wasseroberfläche. Diesmal breiter und länger, als gestern. Mit Anlauf fuhren wir hinein, um nach wenigen Metern festzustecken. Es dauerte lange bis wir diesen Teppich überwunden hatten. Der nächste folgte wenige hundert Meter dahinter und war der längste bisherige, den wir überwinden mussten. Aber nun hatten wir schon Techniken entwickelt. Es dauerte, aber wir waren in der Lage mit diesen Hindernissen fertig zu werden.

So auch, an der Wehranlage Bauerort. Hier ein hundert Meter Krautteppich, den wir uns vorkämpften, um am Ende festzustellen, dass eine Kette den Weiterweg verperrte. Keine Umtragmöglichkeit. Also stieg ich ins Wasser und zug von der anderen Seite das Bott über die Kette.


Danach wieder gerutscht… Hinter dem Wehr eine Wasserpflanzenlandschaft. Völlig zugewachsen, sehr schön und leicht zu bepaddeln.


Bei Liepe fanden wir eine liebliche Wehranlage mit guter Umtragmöglichkeit. Zeit für eine Pause in der Sonne. Danach floss der Fluss träge dahin und wir mit ihm. Keine Aufregung mehr.

Doch ein anderer Paddler überholte uns! Eine Begegnung der unerwarteten Art. Tatsächlich bekam ich einen Schreck. Aber er tat uns nichts, sondern wir klagten uns gegenseitig unser Krautteppichleid.
Bis Torgelow nur noch das Ukrananenland. Ein Freilichtmuseum. Aber die einfahrt in den Ort sehr schön durch mehrere Brücken und an Parks entlang. Vor dem nächsten Wehr lag der einnsame Wasserwanderrastplatz. Birgit telefonierte und wir bekamen Zugang über einen Zahlencode. Auch hier wieder Dusche und Küche. Diesmal aber richtig billig – 13€ komplett.

Vor dem Restaurant untersuchten wir noch die Bootrutsche bzw. Treidelstrecke die sich an den Zeltplatz anschloss. Es war klar: Wir rutschen da nicht runter und auch treideln, schien nahezu aussichtslos. Als wir einen weiteren Nummerncode für ein Zauntor bekamen war es glücklicherweise ersichtlich planbar das Boot mit dem Wagen zum Einsatzort zu schieben. So konnte ich an diesem Abend beruhigt einschlafen. Die Fahrt würde weiter gehen.
