8.12. – 11.12.2025 / Chemnitz

Wir dachten tristes Wetter passt zu einer tristren Stadt: Deshalb Chemnitz. Aber wir wurden positiv überrascht. Im 2. Weltkrieg zu 80% zerstört, ist die sozialistische Architektur nicht deprimierend, jedenfalls nicht mehr als das, was nach 1990 entstanden ist. Sehr breite Allee und was aus der Vorkriegszeit stammt ist restauriert.

Beeindruckt haben uns die tollen Museen, obwohl wir von der Kulturhauptstadt nicht mehr viel mitbekommen haben. Aber uns interessieren ja auch weniger die Kunstausstellungen. Das Industriemuseum ist sehenswert. In einer großen Halle sind mehrere einzelne nicht chronologisch sortierte Einzelausstellungen zu verschiedenen Themen aufgebaut, die den Industriestandort Sachsen ausmachen. Viele Maschinen, die auch vorgeführt werden. Das haben wir allerdings weniger erlebt.

Das SMAC (Archäologie) ist in einem ehemaligen Kaufhaus untergebracht und schwelgt im Multimedia. Ausführlicher Audioguide über Samrtphone abrufbar. Viele Hör- und Videostationen, für Sehbehinderte gibt es Taststationen. Wenn mich Archälogie mehr interessieren würde, wäre es unschalgbar gewesen.

Gedenkort Nazi- und Stasigefängnis Kaßberg. Immer schwierig das gemeinsame Ausstellen von DDR- und Naziverbrechen. Aber irgendwie ist ja die Stasi auch selbst schuld, wenn sie dieselben Gebäude, wie die Nazis benutzt haben. In Kaßberg wurden auch alle Inhaftieretn gebracht, die von der BRD freigekauft wurden. Im orginalen Knast wird an Hand von Einzelbeispielen das Gefängnissystem der jeweiligen Staaten dargstellt. Das gelingt sehr gut. Vor allem durch Interviews mit den Betroffenen. In der obersten Etage werden die Inhaftierten im 3. Reich vorgestellt. Hier fehlen (logischerweise) die Interviews und vielfach auch detailiertere Informationen. Das und weil wir erst zum Ende unseres Besuchs hier durchgingen, sorgten bei mir dafür, dass ich nicht mehr so aufmerksam und emphatisch war, wie ich es mir gewünscht hätte.

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